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VON ZANTHIER & DACHOWSKI
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VAT Compliance Wir verlagern das Lager von Deutschland nach Polen – Was E-Commerce-Unternehmen über Umsatzsteuer (VAT) wissen müssen

Immer mehr deutsche Online-Shops entscheiden sich dafür, ihr Lager nach Polen zu verlagern. Der Grund? Optimierung der Logistikkosten, günstigere Lagerflächen und schnellerer Versand in Mitteleuropa.

Doch mit der Verlagerung von Waren nach Polen entstehen neue steuerliche Verpflichtungen, insbesondere im Bereich Umsatzsteuer (VAT). In diesem Artikel erklären wir, was Unternehmen genau wissen müssen, um Probleme mit den Finanzbehörden in Polen und Deutschland zu vermeiden.

Umsatzsteuer-Registrierung in Polen

Der erste Schritt ist die Registrierung für die Umsatzsteuer in Polen, sobald Waren auf polnischem Territorium gelagert werden.

• Jedes deutsche Unternehmen, das Waren in einem polnischen Lager zur Weiterverkaufszwecken aufbewahrt, unterliegt der polnischen Umsatzsteuerpflicht.

• Die Registrierung ermöglicht die korrekte Abrechnung von Inlandsverkäufen in Polen und die ordnungsgemäße Dokumentation von Warenbewegungen zwischen den Ländern.

Warenverlagerung von Deutschland nach Polen – Innergemeinschaftlicher Erwerb (IGE)

Wenn Waren vom Lager in Deutschland nach Polen verschoben werden, handelt es sich aus Sicht der polnischen Umsatzsteuer um einen Innergemeinschaftlichen Erwerb von Waren (IGE):

• Das deutsche Unternehmen mit Lager in Polen muss den IGE in der polnischen Umsatzsteuer abführen.

Verkauf aus dem polnischen Lager nach Deutschland – Innergemeinschaftliche Lieferung (IGL)

Wenn Waren aus dem polnischen Lager an Läden oder Lager in Deutschland geliefert werden, handelt es sich um eine Innergemeinschaftliche Lieferung (IGL):

• IGL innerhalb der EU kann mit 0% Umsatzsteuer besteuert werden, wenn die Lieferung ordnungsgemäß dokumentiert ist.

• Transportdokumente müssen die Lieferung nach Deutschland nachweisen.

• In der polnischen Umsatzsteuererklärung wird die IGL in den entsprechenden Positionen (0% VAT) ausgewiesen.

Inlandsverkäufe in Polen

Wenn der Shop entscheidet, Waren direkt in Polen zu verkaufen, z. B. an Endkunden oder Unternehmen, gilt der polnische Standard-Mehrwertsteuersatz:

• Inlandsverkäufe werden gemäß den polnischen VAT-Sätzen (23%, 8%, 5% je nach Produkt) besteuert.

• Rechnungen müssen nach den polnischen Vorschriften ausgestellt werden und die polnische VAT-Nummer enthalten.

B2B- und B2C-Verkäufe in andere EU-Länder – VAT OSS und IGL

B2B-Verkäufe

• Waren aus dem polnischen Lager an Unternehmen in anderen EU-Ländern gelten als IGL.

• 0% VAT kann angewendet werden, wenn der Geschäftspartner über eine gültige Umsatzsteuer-Identifikationsnummer verfügt und die Transportdokumentation vollständig ist.

B2C-Verkäufe

• Für Verkäufe an Endkunden innerhalb der EU kommt das VAT OSS (One-Stop-Shop)-Verfahren zum Einsatz.

• Ermöglicht die Abrechnung der Umsatzsteuer für EU-Verbraucher in einer einzigen Erklärung in Polen.

• Die Umsatzsteuer wird nach dem Land des Verbrauchers berechnet.

Dokumentations- und Meldepflichten

Mit der Lagerverlagerung nach Polen muss das Unternehmen:

1. Lagerbestände dokumentieren – von wo und wohin Waren transportiert werden.

2. Korrekt fakturieren – Inlandsverkäufe, IGE, IGL, VAT-OSS.

3. Transportdokumentation führen – Lieferscheine, CMR, Lieferbestätigungen.

4. Umsatzsteuererklärungen abgeben

Praktische Tipps

• Logistik planen – genau festlegen, welche Waren in Polen bleiben und welche nach Deutschland zurückgehen.

• VAT-Berichterstattung automatisieren – viele E-Commerce-Systeme ermöglichen die automatische Erstellung von Rechnungen und Steuererklärungen.

• Transportdokumente sorgfältig aufbewahren – fehlende Dokumentation kann die Anwendung von 0% VAT bei der IGL verhindern.

Fazit

• Die Verlagerung eines Lagers von Deutschland nach Polen ist eine effiziente Strategie zur Senkung von Logistikkosten, bringt jedoch zusätzliche steuerliche Pflichten mit sich.

• Umsatzsteuerregistrierung in Polen, Abrechnung von IGE und IGL, Inlandsverkäufe sowie VAT-OSS-Meldungen sind essenzielle Punkte für reibungslosen E-Commerce.

• Wer diese Regeln versteht und korrekt umsetzt, kann den Betrieb in Polen effizient führen – gesetzeskonform und ohne finanzielle Risiken.

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