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VON ZANTHIER & DACHOWSKI
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Sonstiges Wie haben wir einen langwierigen, grenzüberschreitenden Rechtsstreit zu einem einvernehmlichen Happy End geführt

Wie haben wir einen langwierigen, grenzüberschreitenden Rechtsstreit zu einem einvernehmlichen Happy End geführt

Nach einem langjährigen, grenzüberschreitenden Schadensersatzstreit zwischen einem deutschen Unternehmen und seinem polnischen Auftragnehmer – unterbrochen durch COVID-19-Beschränkungen und zusätzlich erschwert durch die Insolvenz sowohl des Klägers als auch des Beklagten – haben wir erreicht, dass der Versicherer einen Betrag in Höhe von 500.000,00 PLN gezahlt hat. Der Fall war sowohl in materieller als auch in verfahrensrechtlicher Hinsicht äußerst komplex. Der Kunde war der langen Dauer des Verfahrens überdrüssig, aber letztendlich zufrieden mit dem Ergebnis und damit, dass weder ein Berufungsverfahren noch – höchstwahrscheinlich – ein Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof erforderlich war.

Hintergrund und Beginn der Geschichte

Ein groß angelegtes Bauprojekt entwickelte sich zu einem hochkomplexen Schadensersatzstreit. Unterwegs traten Faktoren auf, die den Verlauf des Verfahrens objektiv erschwerten: Pandemiebedingte Einschränkungen und Unterbrechungen im Verfahrensverlauf. Eine zusätzliche Herausforderung stellten parallele Insolvenzverfahren auf beiden Seiten des Streits dar. Der Fall erforderte die gleichzeitige Beherrschung technischer, grenzüberschreitender und finanzieller Fragen.

Eskalation und Wendungen

Darüber hinaus verband sich der Aspekt der vertraglichen Haftung mit der Versicherungshaftung und dem Insolvenzrecht. Das Beweismaterial war umfangreich und heterogen: Es umfasste technische Unterlagen, Korrespondenz, Fachgutachten und Zeugenaussagen zahlreicher Zeugen sowohl aus Polen als auch aus Deutschland. Der Prozessaufwand stieg, da sich in der Realität verschiedener Rechtsordnungen vielschichtige Fragen des materiellen Rechts und des Verfahrensrechts vermischten.

Eine Strategie, die funktioniert hat

Wir haben einen zweigleisigen Ansatz gewählt: Wir haben den Rechtsstreit konsequent weitergeführt und parallel dazu Gespräche mit dem Versicherer aufgenommen. Wir haben die Risikokarte (Zeit, Kosten, Beweise, weitere Dauer des Verfahrens) und die Handlungsoptionen laufend aktualisiert. Als sich die Möglichkeit für eine Mediation ergab, gingen wir gut vorbereitet daran – mit stichhaltigen Argumenten und einem fertigen Lösungsvorschlag.

Wendepunkt

Die Mediation wurde zu einem Ort, an dem beide Seiten offen über Risiken und Vorteile sprechen konnten. Wir haben mit dem Versicherer eine Einigung erzielt, die einem wesentlichen Teil der Forderung entspricht. Die Parteien haben den Streit auf vorhersehbare Weise beigelegt, ohne dass ein langjähriger Rechtsstreit in weiteren Instanzen fortgesetzt werden musste.

Finale und Eindrücke des Kunden

Die Einigung ermöglichte einen schnelleren und sichereren Weg zum Erhalt der Leistung als die Fortsetzung des Rechtsstreits „bis zum Ende“. Der Kunde war nach dem langen Prozess erleichtert und zufrieden, da er überzeugt war, dass die getroffene Entscheidung wirtschaftlich sinnvoll war. Anstelle einer Eskalation haben wir den Fall unter Berücksichtigung der dabei auftretenden Einschränkungen und Risiken ordnungsgemäß abgeschlossen.

Was diese Geschichte lehrt

Bei grenzüberschreitenden Streitigkeiten lohnt es sich, parallel den Prozessdruck aufrechtzuerhalten und aktiv einen Weg zur Einigung zu suchen. Mediationen sind dann erfolgreich, wenn ihnen eine gründliche Analyse der Beweise, Argumente und eine Berechnung des Prozessrisikos vorausgeht. Pragmatismus ist manchmal besser als „Perfektion“: Eine sichere Lösung heute ist oft besser als die Unsicherheit von morgen.

Diese Ergebnisse sind das Ergebnis unserer langjährigen Prozesserfahrung in Verbindung mit Flexibilität und einem kreativen Ansatz, dank dem wir effektive, nicht offensichtliche Lösungen für unsere Kunden finden.

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