Sofortkontakt zur Kanzlei
Berlin +49 30 88 03 59 0
Poznań / Warszawa +48 61 85 82 55 0
Berlin berlin@vonzanthier.com
Poznań / Warszawa poznan@vonzanthier.com
VON ZANTHIER & DACHOWSKI
Aktuelle Fachbeiträge
 

Gesellschaftsrecht, Gesellschaftsgründung, Umwandlungen Wie viel kostet die Gründung einer GmbH in Polen wirklich? – Detaillierte Analyse der Kosten und des Zeitaufwands

Wie viel kostet die Gründung einer GmbH in Polen wirklich? – Detaillierte Analyse der Kosten und des Zeitaufwands

Die Gründung eines Unternehmens in Polen ist ein Thema, das sowohl bei polnischen als auch bei ausländischen Unternehmern großes Interesse weckt. Eine der beliebtesten und am häufigsten gewählten Rechtsformen ist die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (sp. z o.o.). Nachfolgend finden Sie eine detaillierte Aufstellung der Kosten und der Zeit, die mit ihrer Registrierung verbunden sind.

Direkt mit Wojciech Paryś, Partner, Rechtsanwalt (PL) sprechen: parys@vonzanthier.pl · Zum Kontaktformular →

Warum eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung?

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung erfreut sich der größten Beliebtheit, weil:

  • ist in formalrechtlicher Hinsicht transparent,
  • beschränkt die Haftung der Gesellschafter auf die Höhe ihrer Einlagen,
  • erfordert relativ wenig Startkapital,
  • ist sowohl für kleine und mittlere als auch für größere Unternehmen geeignet,
  • ist auch bei ausländischen Investoren akzeptiert und beliebt.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Spółka z o.o.) ist die optimale Lösung für Personen, die ihre Geschäftstätigkeit in einer modernen, flexiblen Form ausüben und ihr Risiko begrenzen möchten – sowohl für polnische als auch für ausländische Investoren.


Kosten der Gründung einer sp. z o.o. im Überblick (Stand: September 2026)

PositionS24 (online)Notarielle GründungWovon der Betrag abhängt
Stammkapitalmindestens 5.000 PLNmindestens 5.000 PLNFrei wählbar oberhalb des Mindestbetrags
Gerichtsgebühr für die Eintragung im KRS250 PLN500 PLNGründungsweg
Steuer auf zivilrechtliche Handlungen (PCC)rund 25 PLNrund 25 PLN0,5 % der Bemessungsgrundlage, hier bei 5.000 PLN Stammkapital
Notarkosten einschließlich Ausfertigungenentfallenrund 400 bis 500 PLNWert für eine einfache sp. z o.o. mit Mindestkapital
Beeidigte Übersetzungen (Registerauszüge, Vollmachten)rund 100 EURrund 100 EURZahl und Umfang der Dokumente. Fällt bei ausländischen Gesellschaftern an.
Beeidigter Dolmetscher bei der Beurkundungentfälltrund 100 bis 200 EURNur, wenn eine beteiligte Person nicht ausreichend Polnisch spricht
Summe einschließlich Stammkapitalrund 1.300 EURrund 1.500 EURMit Übersetzungen bei ausländischen Gesellschaftern rund 1.700 bis 1.800 EUR

Die Summen enthalten das Stammkapital. Sie enthalten kein Honorar der Kanzlei und keine weiteren Beratungskosten. Die früher genannten Gerichtsgebühren von 350 und 600 PLN gelten nach einer Gesetzesänderung nicht mehr.

S24 oder Notar: was die Kosten nicht zeigen

S24 ist der günstigere Weg und für einfache Gründungen der schnellere. Der Gesellschaftsvertrag folgt dort einem Muster und lässt sich nur begrenzt anpassen. Für die Tochtergesellschaft einer deutschen Unternehmensgruppe empfehlen wir in den meisten Fällen dennoch den notariellen Weg: Er erlaubt einen individuellen Gesellschaftsvertrag, lässt sich weitgehend über Bevollmächtigte abwickeln und bringt keine technischen Hürden mit sich. Mehr dazu unter GmbH in Polen gründen.

Stammkapital: wann und wie wird es eingezahlt?

Das Stammkapital von mindestens 5.000 PLN muss vollständig erbracht werden.

  • Notarielle Gründung: vor dem Antrag auf Eintragung im KRS. Die Geschäftsführung erklärt im Registerverfahren, dass die Einlagen vollständig geleistet sind.
  • S24: auch nach der Eintragung möglich, spätestens innerhalb von 7 Tagen. Zulässig sind dort nur Bareinlagen.

In der Praxis wird das Kapital meist auf das Konto der Gesellschaft überwiesen. Der Überweisungsbeleg gehört nicht zu den Standardunterlagen der Eintragung. Maßgeblich ist die Erklärung der Geschäftsführung.

Reicht das Mindestkapital?

Rechtlich ja. Für den tatsächlichen Geschäftsbeginn reicht es in der Regel nicht. Vor der Gründung sollte deshalb feststehen, welche Mittel die Gesellschaft in den ersten Monaten braucht und woher sie kommen. Der gesamte Bedarf muss nicht als Stammkapital eingebracht werden. Üblich sind:

  • ein höheres Stammkapital,
  • Darlehen des Gesellschafters oder der Muttergesellschaft,
  • Nachschüsse der Gesellschafter,
  • andere Formen der Finanzierung innerhalb der Gruppe.

Häufig bleibt das Stammkapital vergleichsweise niedrig und der weitere Bedarf wird in flexiblerer Form gedeckt. Entscheidend ist, dass die Finanzierung vor dem Geschäftsbeginn durchdacht ist.

Welche laufenden Kosten entstehen nach der Gründung?

  • Buchhaltung. Eine sp. z o.o. führt vollständige Bücher. Die Kosten hängen vor allem von der Zahl der Belege, Mitarbeiter und Transaktionen und vom Umfang der Berichterstattung ab.
  • Sitzadresse oder Büro. Ohne eigene Räume fallen Miete oder die Kosten eines virtuellen Büros an.
  • Jahresabschluss. Aufstellung, Feststellung und Einreichung sind jedes Jahr Pflicht.
  • Je nach Tätigkeit: Lohnabrechnung, Steuern, Bankgebühren, Rechtsberatung.

Einen allgemeingültigen monatlichen Mindestbetrag gibt es nicht. Eine Holdinggesellschaft ohne Mitarbeiter und ohne Belege verursacht ganz andere Kosten als eine operative Gesellschaft.

Sie planen eine Gesellschaft in Polen?

Wir begleiten deutschsprachige Unternehmen bei Rechtsformwahl, Gründung und Umwandlung in Polen.

→ Gesellschaftsrecht und Gesellschaftsgründung in Polen

Diesen Beitrag teilen

Diese Fachbeiträge könnten Sie auch interessieren:

Aktuelles, Investitionen in erneuerbare Energien
30.10.2026

Genehmigungen ohne Überraschungen – Planung, Umweltentscheidungen und Zusammenarbeit mit Gemeinden

Der Erfolg eines Windenergieprojekts hängt nicht allein von einem geeigneten Standort und einer gesicherten Finanzierung ab. Entscheidend ist auch, ob Raumplanung, Umweltverfahren und die Zusammenarbeit mit der Gemeinde von Anfang an aufeinander abgestimmt werden. Wo diese Prozesse auseinanderlaufen, drohen Verzögerungen, zusätzliche Kosten und Änderungen an der Projektplanung. In diesem Beitrag erläutern wir, worauf Investoren in Polen achten sollten und wie sich Genehmigungsrisiken frühzeitig erkennen lassen.

Beitrag lesen
Aktuelles
22.10.2026

Quo vadis, deutsch-polnische Verhältnis? Über Vertrauen, Spannungen und eine gemeinsame Zukunft

Am 15. Oktober 2026 fand in Poznań die von VON ZANTHIER & DACHOWSKI organisierte Konferenz „Quo vadis, deutsch-polnische Verhältnis?“ statt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Polen, Deutschland und weiteren Ländern sprachen über die Geschichte der Beziehungen zwischen unseren Staaten, ihre heutige Entwicklung und ihre möglichen Perspektiven für die Zukunft.

Beitrag lesen
Aktuelles, Investitionen in erneuerbare Energien
22.10.2026

Netzanschluss zuerst – Netzanschlussbedingungen, Fristen und technische sowie vertragliche Absicherung

Der Zugang zum Stromnetz entscheidet zunehmend darüber, ob ein Windenergieprojekt in Polen realisiert und finanziert werden kann. Die neuen Vorschriften ändern die Bedingungen für den Netzanschluss: Sie führen zusätzliche Gebühren, Sicherheitsleistungen und kürzere Fristen ein, eröffnen zugleich aber neue flexible Anschlussmodelle. Wir erläutern, was diese Änderungen für Investoren bedeuten und welche Risiken bereits bei der Projektplanung berücksichtigt werden sollten.

Beitrag lesen